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Daniela Rödig
d.roedig@ruesselsheimer-filmtage.de
Die Frauen triumphieren bei den 18. Rüsselsheimer Filmtagen
Siegerfilm "Mobile" verzückt Publikum
Gewinnerin 2011: Verena Fels
Rüsselsheim, 19. Juni 2011 – Eine lange heitere Nacht geht am Samstag kurz nach 23 Uhr zu Ende, als Verena Fels mit ihrem witzig verspielten Film „Mobile“ zur Siegerin der 18. Rüsselsheimer Filmtage gekürt wird. Neben einem Preisgeld von 5.000 Euro erhielt die Stuttgarterin zudem „den scharfen Blick“, die Trophäe des Festivals. Auf den zweiten Platz, der mit 2.000 Euro dotiert ist, wählten die 1.200 Besucher der Filmtage das tragisch schöne Werk „Ich brauch mehr Rot!“ von Monika Tenhündfeld. Der dritte Platz und ein Preisgeld von 1.000 Euro gingen an die Frankfurter Sydney Gunkel und Robert Hertel mit ihrem Kurzfilm „Letzte Ausfahrt“.
Am Freitag, dem 17., und Samstag, dem 18. Juni, fanden im Rüsselsheimer Theater zum 18. Mal die Rüsselsheimer Filmtage statt. 2011 konnten bei Deutschlands einzigem Filmfestival für satirische Kurzfilme insbesondere die weiblichen Filmemacher das Publikum mit ihren Werken überzeugen. Zwei Frauen hatten es mit ihren Filmen auf die Liste der 18 nominierten Werke geschafft, und genau jene gewannen mit ihren Kurzfilmen die Gunst des Publikums und landeten auf den beiden vorderen Plätzen. Zuvor hatte die Sichtungsjury der Cinema Concetta Filmförderung eine Vorauswahl aus den 90 eingereichten Filmen getroffen und die Nominierungen festgelegt. Die Zuschauer hatten an beiden Veranstaltungstagen die Möglichkeit, für ihre drei favorisierten Filme abzustimmen.
Waren im vergangenen Jahr noch alle drei Gewinnerfilme Realfilme, so belegen 2011 Animationsfilme die beiden vorderen Ränge. „Mobile“ heißt der diesjährige Lieblingsfilm des Publikums. Das farbenfrohe sechseinhalbminütige Werk der Stuttgarterin Verena Fels handelt von einer Kuh, die sich von der Gemeinschaft des Mobiles ausgeschlossen fühlt und so einiges bewegt, um dies zu ändern. Zur Siegerehrung begleitete die Regisseurin Sounddesigner Christian Heck auf die Bühne, der gleichzeitig auch die drei Hühner des Films synchronisiert hatte und zur Belustigung der Besucher eine Kostprobe seines Stimmtalents zum Besten gab.
Bei „Ich brauch mehr Rot!“ handelt es sich um das Erstlingswerk von Monika Tenhündfeld, die ihre Urkunde passend zum Filmtitel in einem roten Oberteil entgegen nahm. Die gelernte Malerin studiert an der Filmakademie Baden-Württemberg. Ihr Kurzfilm handelt von einem Künstler und seinem engagierten Aktmodell – eine Zeichenstunde mit tragischen Folgen. Der Animationsfilm besteht aus Bleistiftzeichnungen und arbeitet nur mit einer Farbe, nämlich „rot“, die dem Werk einen schaurig schönen Akzent verleihen.
Der Realfilm „Letzte Ausfahrt“ des Regisseurs Sydney Gunkel und seines Produzenten Robert Hertel ist bereits der 19. Kurzfilm des Regisseurs. Schon in der Grundschule engagierte sich Gunkel in verschiedenen Theatergruppen, zunächst als Schauspieler, später auch als Regisseur. In „Letzte Ausfahrt“ stößt der vom Pech verfolgte Jochen per Zufall auf die lebensfrohe Annabelle, die zu seiner Lebensretterin wird.
Außer Konkurrenz lief der satirische Kurzfilm „Bunkerlow“, der die Rüsselsheimer Filmtage eröffnete. Spätestens im Abspann wurde den Zuschauern bewusst, auf welch tragische Weise der Film mit der Historie des Filmfestivals verknüpft ist. Vor 20 Jahren kamen das Rüsselsheimer Filmteam von Bunkerlow sowie 25 weitere Insassen nach Beendigung der Dreharbeiten bei einem Flugabsturz ums Leben. Die Familien und Freunde der Verunglückten gründeten daraufhin im Gedenken an die Toten die Rüsselsheimer Filmtage. Die 50 ehrenamtlichen Helfer sorgten auch 2011 für eine gelungene Veranstaltung mit Humor und Herzlichkeit, von der sich auch die Filmemacher beeindruckt zeigten. Zum zweiten Mal unterstützte Škoda Auto Deutschland die Filmtage als Hauptsponsor und stellte neben finanziellen Mitteln auch einen Fahrdienst für die Filmteams zur Verfügung. Weitere wichtige Förderer sind die Hessische Filmförderung und der Eigenbetrieb Bildung und Kultur der Stadt Rüsselsheim.
Die Cinema Concetta verleiht eine Best-of-Rolle an weitere Festivals und Programmkinos. Die Einnahmen kommen den Filmerinnen und Filmern zu Gute. Die Best-of-Rolle kann unter der E-Mail-Adresse best-of@cinema-concetta.de angefordert werden. Das Veranstaltungsdatum für die Filmtage 2012 steht bereits fest. Am 15. und 16. Juni 2012 wird sich das Theater Rüsselsheim wieder in ein riesiges Kino für den satirischen Kurzfilm verwandeln. Weitere Informationen gibt es unter www.ruesselsheimer-filmtage.de.
Über die Rüsselsheimer Filmtage:
Die Cinema Concetta Filmförderung wurde am 30. Oktober 1992 als Stiftung des bürgerlichen Rechts gegründet. Anlass war ein Flugzeugunglück vom 22. Dezember 1991 am Hohen Nistler bei Heidelberg, bei dem das Cinema Concetta Filmteam Martin Kirchberger, Ralf Malwitz, Klaus Stieglitz und weitere 25 Passagiere während der Dreharbeiten zu ihrem Film "Bunkerlow" ums Leben kamen. Um das Andenken an die Opfer zu wahren sowie ähnliche Filmarbeiten mit weitestgehend satirischem Inhalt zu fördern, riefen Freunde und Angehörige des Filmteams die Stiftung Cinema Concetta Filmförderung ins Leben. 1994 fanden erstmals die Rüsselsheimer Filmtage statt, die seitdem jährlich herausragende satirische Kurzfilme zeigen und prämieren. Weitere Infos auf www.ruesselsheimer-filmtage.com.
