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Silke Fey

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Ampel gegen die Langeweile – Realfilm siegt bei den Rüsselsheimer Filmtagen

Giulio Ricciarelli ist der Gewinner der Rüsselsheimer Filmtage 2010, dem bundesweit einzigen Festival für satirische Kurzfilme. Mit seiner Produktion „Ampelmann“ konnte er die über 1.200 Besucherinnen und Besucher des Filmfestivals überzeugen. Dadurch gewann er 5.000 Euro und die Bronzeskulptur „Der scharfe Blick“. Auf den zweiten Platz wählte das Publikum „Uwe + Uwe“ von Lena Liberta. Der Preis in Höhe von 2.000 Euro wurde von Škoda Auto Deutschland gesponsert. Der dritte Preis mit 1.000 Euro ging an Erik Schmitt, Oliver Walser und Stephan Müller für ihren Film „Nicht nur der Himmel ist blau“.

22 Filmminiaturen konkurrierten während des Festivals am 11. und 12. Juni um die ersten drei Preise. Die Auswahl aus 110 Einreichungen mit einer Gesamtlänge von etwa 20 Stunden hatte im Vorfeld die Jury des Veranstalters Cinema Concetta getroffen. Der kürzeste Film war eine Minute 25 Sekunden lang, der längste 14 Minuten 33 Sekunden. Während und nachdem die Filme über die Leinwand liefen, war schallendes Gelächter des Publikums zu hören. Oft blieb ihnen angesichts der Satire das Lachen aber auch im Halse stecken  - Beweis dafür, dass die Mitglieder von Cinema Concetta den Geschmack des Publikums getroffen haben.

Der Siegerfilm „Ampelmann“ ist eine absurde Geschichte eines gelangweilten Dorfpolizisten, der davon träumt, ein angesehener Verbrecherjäger zu sein. Weil ihm die Verbrecher vor Ort fehlen, baut er an einer schmalen Brücke eine Ampelanlage auf, um den fast nicht vorhandenen Autoverkehr zu regulieren. Eine Idee, die ihm über die Langeweile hinweghilft, ihm allerdings auch später das Leben kostet. Der Regisseur Giulio Ricciarelli ist gemeinsam mit Sabine Lamby Gründer der „naked eye filmproduction“ und erlangte bereits internationale Auszeichnungen.

In dem Film „Uwe + Uwe“ findet der griesgrämige Trucker Uwe auf der Ladefläche seines Lasters eine Flüchtlingsfamilie. Beim Versuch, sie wieder loszuwerden, bringt er sich immer mehr in Schwierigkeiten und entdeckt widerwillig seine eigene Menschlichkeit. Mit dieser Filmidee konnte Lena Liberta, Studentin der Hamburg Media School, überzeugen.

Bei „Nicht nur Himmel ist blau“ zeigt das Berliner Filmertrio Erik Schmitt, Oliver Walser und Stephan Müller humorvoll, wie eine Öko-Guerilla den Flugverkehr zum Erliegen bringen und dadurch die Welt retten will. Mit Aktionen wie einem Piloten, der betrunken durch die Abflugshallen torkelt, oder einem Reifen, der angeblich inmitten der Innenstadt von einem Flugzeug herunter gefallen sein soll, versuchten die Aktivisten Ängste bei den Menschen gegen das Fliegen zu schüren und waren damit äußerst erfolgreich.

Alle drei Siegerfilme sind Realfilme. Dies ist nicht ganz verwunderlich, weil nur sechs der insgesamt 22 Filme animiert oder Trickfilme waren.

Nach den Rüsselsheimer Filmtagen sind drei Gewinnerfilmer auch noch beim Filmfest Weiterstadt zu sehen. Außerdem verleiht Cinema Concetta eine Best-of-Rolle an weitere Festivals und Programmkinos. Die Einnahmen kommen dann den Filmerinnen und Filmern zu Gute. Die Best-of-Rolle kann unter der E-Mail-Adresse best-of@cinema-concetta.de angefordert werden.

Die Stiftung und der Förderverein Cinema Concetta schreiben sich weiterhin auf die Fahnen, den satirischen Kurzfilm zu fördern und der Öffentlichkeit bekannt zu machen. In diesem Jahr war erstmals Škoda Auto Deutschland Hauptsponsor, weil das Unternehmen Projekte unterstützt, die neue Wege aufzeigen. Außerdem haben die Hessische Filmförderung und der Eigenbetrieb Bildung und Kultur der Stadt Rüsselsheim das Festival ermöglicht.

50 Helfer von Cinema Concetta sorgten dafür, dass sich Besucher und Filmer auf dem Festival wohl fühlten. Der Verein freut sich über weitere Unterstützer für die Filmtage. Wer sich ehrenamtlich für die Filmtage engagieren möchte, kann sich an den Förderverein wenden unter E-Mail foerderverein@cinema-concetta.de.

 

Das Veranstaltungsdatum für die Filmtage 2011 steht bereits fest. Am 17. und 18. Juni 2011 wird sich das Theater Rüsselsheim wieder in ein riesiges Kino für den satirischen Kurzfilm verwandeln. Weitere Informationen gibt es unter www.ruesselsheimer-filmtage.de.